Führungen

Die Rundgänge und Führungen entlang des Industriepfad Lorze sowie im Schaulager «Sammlung Zuger Industrieobjekte», welche im Zuger Depot Technikgeschichte (ZDT) in Neuheim integriert ist, bieten einen hervorragenden Überblick über die Wirtschaftsgeschichte des Kantons Zug.

Pfad mit Führung

Der IPL bietet Rundgänge in Cham, Baar, Zug und im Ägerital an. Die Führungen dauern zirka 90 Minuten. Zu Fuss werden durchschnittlich 2 bis 5 Kilometer zurückgelegt, passendes Schuhwerk wird empfohlen.

 

Ursprünglich war die Lorze vor allem Lieferantin von Antriebsenergie der am Fluss angesiedelten Fabriken und Gewerbebetriebe. Als Beispiel dient die Spinnerei Baar. Das Wasser der Lorze wurde, wie die Zentrale 1 zeigt, aber auch zur Stromgewinnung verwendet, um Industrie, Strassenlampen und private Haushalte in der fliessgewässerlosen Stadt Zug zu versorgen. Ebenso sind Quellfassungen und Wasserpumpen für die Wasserversorgung des Kantons Zug und der Stadt Zürich (!) zu entdecken. Das Tobel stellte ein grosses Hindernis für eine schnelle Verkehrsanbindung des Berggebiets mit dem Talboden dar, welches mit gewagten Brückenkonstruktionen überwunden werden konnte.


Hauptattraktion ist die riesige Spinnerei an der Lorze. Daneben sind weitere "Infrastrukturbauten" für die Industriearbeiter zu besichtigen: die protestantische Kirche für das seelische Wohl und die Brauerei für das leibliche Wohl. Als Beispiele für die Unterbringung der Belegschaft dienen die Höllhäuser sowie das Heim für Spinnereiarbeiterinnen. Der von der Lorze abzweigende Mühlebach weist auf die grosse Bedeutung der Mühlen hin. Zur Veranschaulichung dient die Obermühle, die erst kürzlich für Wohnzwecke umgebaut wurde.


Der Bahnhof ist Mittelpunkt für den Warentransport der Zuger Industrie. Sichtbares Zeichen ist die Neumühle, die dank Strom von der Schochenmühle möglichst nahe an der Transportinfrastruktur gebaut wurde. In der Untermühle wurde bis 1912 Korn gemahlen und danach wurden dort Spielwaren und Möbel hergestellt. Heute typische Umnutzung von Fabrikarealen mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Das Mündungsgebiet der Lorze sollte Kern von St. Europ werden, einer gescheiterten städtebaulichen Utopie von 1865. Einige Jahrzehnte später war das Gebiet als Standort für den nationalen Flughafen im Rennen, schied aber wegen Nebels aus.


Die Führung zeigt die Entwicklung vom Gewerbe des Mittelalters zu den Anfängen der Industrialisierung im Bereich Zuger Altstadt, Arther- und Hofstrasse auf. Der Rundgang zeigt eine Auswahl an folgenden Objekten: Kolinplatz, Seidengarnherstellung, Märkte, Rötelfang, Gewerbe in der Altstadt (Gerberei, Brauerei, Fleischfabrik, Nagelschmiede, Feilenhauerei, Färberei), Marienheim, Casino, Bahn- und Bahntunnelbau, Theilerhaus, Athene, Seifensiederei usw.


Die Elektrifizierung von Zug und die gute Eisenbahnanbindung ermöglichte die (verspätete) Entwicklung der nördlichen Stadtteile zu einem Zentrum für Grossunternehmen, von denen die Metallwarenfabrik, die Verzinkerei (V-Zug) und die Landis & Gyr herausstechen. Gewisse Bedeutung erlangten auch die Glühlampenfabrik (später: Inducta), die Kistenfabrik, das Schlachthaus und die Untermühle, in die nach deren Stilllegung die „Aktiengesellschaft für Fettprodukte“ einzog.


Der Elektrizitätszählerhersteller Landis & Gyr steht im Zentrum der Führung. Es werden beide Betriebsstandorte in Zug besichtigt, zudem das Wohnhaus des langjährigen Patrons Karl Heinrich Gyr (Seeburg) und das frühere Knabeninstitut Minerva (später: Athene), das mit der Entstehung der LG an der Hofstrasse verknüpft ist.


Der Rundgang konzentriert sich auf Industrieunternehmen (Landis & Gyr, Metallwarenfabrik Zug) und Gewerbebetriebe, die sich rund um den neuen (und alten) Bahnhof Zug angesiedelt hatten, mit einem kleinen thematischen Abstecher in die Arbeitergeschichte.


Auf engstem Raum sind die charakteristischen Merkmale von Chams Industrialisierung zu sehen: Herrschaftshäuser und Industrieanlagen. Der Rundgang zeigt eine Auswahl aus folgenden Objekten: Bahnhof, WildwestHäuser, Villette mit Park, Gärtnerhaus, Pförtnerhaus, ehem. Rest. Schlüssel, Verwaltungsgebäude Nestlé, Milchsüdi, Gasometer, reformierte Kirche, Papierfabrik.


Ein rekonstruiertes Mühlerad aus der Römerzeit steht für das Altertum, die Frauenthaler Zisterzienserinnenabtei mit ihren Landwirtschaftsbetrieben für die mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte. Frühneuzeitliche Handelsaktivitäten werden durch die überdachte Zollbrücke bei Sins repräsentiert. Zum Zeitalter der Industrialisierung können schliesslich das Ensemble von Weberei, Kosthäuser, Erziehungsanstalt und Kraftwerk bei Hagendorn gezählt werden.


Vom Ägerisee entlang der Lorze bis zur ersten Fabrik des Kantons Zug können die Zusammenhänge zwischen Industrialisierung, Dorf- und Verkehrsentwicklung, Kurort und Tourismus erkannt werden. Faszinierend ist der Aufstieg des Waisenkindes Wolfgang Henggeler zum Fabrikgründer, Grossindustriellen und Politiker. Auf dessen Spuren lässt sich die technologische Entwicklung der Wassernutzung mit dem Besuch des eindrücklichen Turbinenschachtes in der Spinnerei erleben.


Rund um die zweite Spinnerei an der Lorze entstand ein neues Dorf. Von der Wasserfassung entlang des Wasserkanals bis zur Fabrik mit den Nebenbauten können innovative Lösungen bestaunt, ehemalige Direktoren- und Arbeitshäuser gesehen und das neue Kraftwerk besucht werden. Weitere Themen sind die Arbeits- und Erziehungsheime und die damit verbundene Kinderarbeit. Interessant ist auch die heutige Umnutzung des mächtigen Fabrikgebäudes mit den Nebenbauten.


Führungen im Zuger Depot für Technikgeschichte (ZDT) in Neuheim

Der Verein Industriepfad Lorze bietet Führungen im Zuger Depot für Technikgeschichte (ZDT) an. Das Zuger Depot für Technikgeschichte in Neuheim ist eine Ausstellungslokalität für Objekte der Technik- und Militärgeschichte des Kantons Zug. Das Schaulager «Sammlung Zuger Industrieobjekte» ist Teil des ZDT und wird durch den Verein Industriepfad Lorze betrieben.

Nach Absprache kann die Führung mit Apéro/Verpflegung angeboten werden. Melden Sie sich bei der Geschäftsstelle unter info@industriepfad-lorze.ch oder
041 729 40 90.

Die Besucher:innen reisen nach Neuheim, wo sich die Sammlung Zuger Industrieobjekte (Schaulager) befindet. Der Besuch wird ergänzt mit der Ausstellung «Pioniere der Elektrizitätsmesstechnik ab 1866» und «Zähler weltweit». Ein Rundgang durch das Zuger Depot Technikgeschichte kann anschliessend oder vorgängig durchgeführt werden. Schwerpunkte für die Fachbereiche «Zählen und Messen» sowie «Steuern und Regeln» sind abhängig vom spezifischen Interesse. Während dieser ausführlichen Führung werden alle Themen gezeigt, entsprechendes Fachwissen der Besucher*innen wird erwartet.

Diese Führungen wurden spezifisch erarbeitet für aktive und ehemalige Mitarbeiter*innen der Landis+Gyr und SIEMENS, Elektrizitätsversorgungs-Unternehmen sowie Mitarbeiter*innen aus dem Arbeitsgebiet der Gebäudeautomation. Auch geeignet für Lieferanten der erwähnten Unternehmen.

Organisation: Industriepfad Lorze (IPL)
Zeitrahmen: 80 Min. (ca. 60 Min. Schaulager, 20 Min. ZDT)

Bitte wählen Sie im Anmeldeformular eines oder mehrere der folgenden Schwerpunktthemen:

Zählen und Messen
Technologische und funktionale Entwicklung der Produkte

Steuern und Regeln
Technologische und funktionale Entwicklung der Produkte

Diversifikation
Erweiterung des Produkteportfolios für neue Anwendungen z.B. Sicherheitsmerkmale, Nuklearmesstechnik, Telefonie, Chip Design.

Pioniere der Elektrizitätsmesstechnik
Inklusive Exponate ab 1866.

Elektrizitätsmessung weltweit
Beispiele von Zählern aus den weltweiten Märkten (mit einer Beziehung zu Zug).

Rundgang
Rundgang durch die Fahrzeug Ausstellung des ZDT.

Kurzversionen sind nach Absprache als Rundgang im Schaulager möglich.

Die Besucher:innen reisen nach Neuheim, wo sich die Sammlung Zuger Industrieobjekte (Schaulager) befindet und erhalten eine umfassende Führung durch die Sammlung (ohne Vermittlung technischer Details). Diese Führung erfolgt nach dem Drehbuch und Detailprogramm von Dr. Heinz Horat.

Organisation: Industriepfad Lorze (IPL)
Zeitrahmen: Gemäss Absprache

In Absprache mit der zuständigen Lehrperson bietet das Schaulager des Zuger Depots für Technikgeschichte in Neuheim verschiedene Programmpunkte:

- Workshop über die Entstehung und Entwicklung der Zuger Industrie
- Filme
- Interaktive Beschäftigung mit den Produkten
- Individuelle Einzelthemen (z.B. Geometrie, Chemie)
- Besichtigung Schaulager
- Kurze Führungen durch das Zuger Depot Technikgeschichte (ZDT)

Organisation: Industriepfad Lorze (IPL)
Zeitrahmen: 2 x 45 Min.

Die Besucher:innen reisen nach Neuheim, wo sich die Fahrzeugausstellung des ZDT und die Sammlung Zuger Industrieobjekte (Schaulager) befindet. Die Führung durch das Zuger Depot für Technikgeschichte (ZDT) findet unter fachkundiger Leitung eines ZDT-Führers statt und umfasst den Rundgang durch das Schaulager sowie einen allgemeinen Überblick des ZDT (ohne Produktedetails, nur Funktion und Anwendung).

Organisation: Zuger Depot für Technikgeschichte
Zeitrahmen: 90 Min.

Anmeldeformular

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