Führungen

Die Rundgänge bieten einen guten Überblick über die Wirtschaftsgeschichte eines Gebiets. Zu Fuss erkunden die Teilnehmenden wichtige Gebäude oder Orte der industriellen Vergangenheit, die von kompetenten Führern und Führerinnen erläutert werden.

Der Verein IPL bietet Rundgänge in Cham, Baar, Zug und im Ägerital an. Die Führungen dauern in der Regel ca. 1.5 h. Zu Fuss werden 2 bis 5 km zurückgelegt.

> Angebote im Überblick (pdf)

> Preisliste für Führungen (pdf)

 

Umfassender Einblick in die wirtschaftlichen, sozialen, technologischen und siedlungsmässigen Veränderungen, die die Industrie diesem einst stillen Voralpental gebracht hat. Wichtige Stationen sind die Anlagen zur Seeregulierung, die Verkehrsinfrastruktur, Flussbauten, die Stromgewinnung und die innere Spinnerei – alles Spuren, welche der einheimische Industriepionier Wolfgang Henggeler hinterlassen hat.


Ursprünglich war die Lorze vor allem Lieferantin von Antriebsenergie der am Fluss angesiedelten Fabriken und Gewerbebetriebe. Als Beispiel dient die Spinnerei Baar. Das Wasser der Lorze wurde, wie die Zentrale 1 zeigt, aber auch zur Stromgewinnung verwendet, um Industrie, Strassenlampen und private Haushalte in der fliessgewässerlosen Stadt Zug zu versorgen. Ebenso sind Quellfassungen und Wasserpumpen für die Wasserversorgung des Kantons Zug und der Stadt Zürich (!) zu entdecken. Das Tobel stellte ein grosses Hindernis für eine schnelle Verkehrsanbindung des Berggebiets mit dem Talboden dar, welches mit gewagten Brückenkonstruktionen überwunden werden konnte.


Hauptattraktion ist die riesige Spinnerei an der Lorze. Daneben sind weitere "Infrastrukturbauten" für die Industriearbeiter zu besichtigen: die protestantische Kirche für das seelische Wohl und die Brauerei für das leibliche Wohl. Als Beispiele für die Unterbringung der Belegschaft dienen die Höllhäuser sowie das Heim für Spinnereiarbeiterinnen. Der von der Lorze abzweigende Mühlebach weist auf die grosse Bedeutung der Mühlen hin. Zur Veranschaulichung dient die Obermühle, die erst kürzlich für Wohnzwecke umgebaut wurde.


Der Bahnhof ist Mittelpunkt für den Warentransport der Zuger Industrie. Sichtbares Zeichen ist die Neumühle, die dank Strom von der Schochenmühle möglichst nahe an der Transportinfrastruktur gebaut wurde. In der Untermühle wurde bis 1912 Korn gemahlen und danach wurden dort Spielwaren und Möbel hergestellt. Heute typische Umnutzung von Fabrikarealen mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Das Mündungsgebiet der Lorze sollte Kern von St. Europ werden, einer gescheiterten städtebaulichen Utopie von 1865. Einige Jahrzehnte später war das Gebiet als Standort für den nationalen Flughafen im Rennen, schied aber wegen Nebels aus.


Auf engstem Raum sind die charakteristischen Merkmale von Chams Industrialisierung zu sehen: Herrschaftshäuser und Industrieanlagen. Der Rundgang zeigt eine Auswahl aus folgenden Objekten: Bahnhof, WildwestHäuser, Villette mit Park, Gärtnerhaus, Pförtnerhaus, ehem. Rest. Schlüssel, Verwaltungsgebäude Nestlé, Milchsüdi, Gasometer, reformierte Kirche, Papierfabrik.


Ein rekonstruiertes Mühlerad aus der Römerzeit steht für das Altertum, die Frauenthaler Zisterzienserinnenabtei mit ihren Landwirtschaftsbetrieben für die mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte. Frühneuzeitliche Handelsaktivitäten werden durch die überdachte Zollbrücke bei Sins repräsentiert. Zum Zeitalter der Industrialisierung können schliesslich das Ensemble von Weberei, Kosthäuser, Erziehungsanstalt und Kraftwerk bei Hagendorn gezählt werden.


Die Führung zeigt die Entwicklung vom Gewerbe des Mittelalters zu den Anfängen der Industrialisierung im Bereich Zuger Altstadt, Arther- und Hofstrasse auf. Der Rundgang zeigt eine Auswahl an folgenden Objekten: Kolinplatz, Seidengarnherstellung, Märkte, Rötelfang, Gewerbe in der Altstadt (Gerberei, Brauerei, Fleischfabrik, Nagelschmiede, Feilenhauerei, Färberei), Marienheim, Casino, Bahn- und Bahntunnelbau, Theilerhaus, Athene, Seifensiederei usw.


Die Elektrifizierung von Zug und die gute Eisenbahnanbindung ermöglichte die (verspätete) Entwicklung der nördlichen Stadtteile zu einem Zentrum für Grossunternehmen, von denen die Metallwarenfabrik, die Verzinkerei (V-Zug) und die Landis & Gyr (zweiter Standort) herausstechen. Gewisse Bedeutung erlangten auch die Glühlampenfabrik (später: Inducta), die Kistenfabrik, das Schlachthaus und die Untermühle, in die nach deren Stilllegung die „Aktiengesellschaft für Fettprodukte“ einzog.


Der Elektrizitätszählerhersteller Landis & Gyr steht im Zentrum der Führung. Es werden beide Betriebsstandorte in Zug besichtigt, zudem das Wohnhaus des langjährigen Patrons Karl Heinrich Gyr (Seeburg) und das frühere Knabeninstitut Minerva (später: Athene), das mit der Entstehung der LG an der Hofstrasse verknüpft ist.


Der Rundgang konzentriert sich auf Industrieunternehmen (Landis & Gyr, Metallwarenfabrik Zug) und Gewerbebetriebe, die sich rund um den neuen (und alten) Bahnhof Zug angesiedelt hatten, mit einem kleinen thematischen Abstecher in die Arbeitergeschichte.


Anmeldeformular

Ich interessiere mich für folgende Führung: